Ein Steinhaufen für Kleintiere in der sonnigen Ecke

Landschaftsillustration

Ein Haufen aus unterschiedlich grossen Steinen wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, entwickelt sich aber oft zu einem der lebendigsten Plätze im ganzen Garten. Zwischen den Zwischenräumen entstehen kühle, feuchte Hohlräume ganz unten und warme, trockene Nischen weiter oben, sodass ganz unterschiedliche Tiere dort gleichzeitig einen passenden Platz finden.

Eidechsen lieben solche Steinhaufen besonders, weil sie sich dort in der Sonne aufwärmen und bei Gefahr sofort in den schützenden Zwischenräumen verschwinden können. Auch verschiedene Insekten und kleine Spinnentiere nutzen die Ritzen das ganze Jahr über als Rückzugsort vor Wind und Wetter.

Die richtige Lage entscheidet über die Nutzung

Ein sonniger, möglichst windgeschützter Platz eignet sich am besten für einen Steinhaufen dieser Art. Direkt an einer Hauswand oder in der Nähe eines Beetes profitieren beide Seiten voneinander, weil sich die dort lebenden Tiere gleich in der Nachbarschaft nützlich machen können.

Beim Aufschichten lohnt es sich, nicht zu ordentlich vorzugehen. Unregelmässige Lücken und verschieden grosse Zwischenräume bieten mehr Vielfalt an möglichen Verstecken als eine sauber gestapelte, gleichmässige Mauer, die kaum Hohlräume für kleinere Tiere übriglässt.

Ein solcher Steinhaufen braucht praktisch keine Pflege und wird mit den Jahren nur noch wertvoller, sobald sich Moos und kleine Pflanzen zwischen den Ritzen ansiedeln. Diese zusätzliche Struktur macht den Haufen noch attraktiver für Tiere, die geschützte, unauffällige Ecken bevorzugen.

Wer aufmerksam hinschaut, entdeckt an einem warmen Nachmittag oft mehrere verschiedene Tierarten gleichzeitig rund um denselben Steinhaufen. Diese kleine, kaum aufwendige Ergänzung zeigt eindrücklich, wie viel Leben sich schon mit einfachsten Mitteln in einen Garten holen lässt.

Auch grössere Steine oder alte Randsteine, die beim Umgraben eines Beetes ohnehin anfallen, lassen sich für dieses Projekt gut wiederverwenden, statt sie zu entsorgen. So entsteht aus vermeintlichem Abfall eine dauerhafte Struktur, die dem Garten über viele Jahre hinweg zugutekommt, ohne dass dafür etwas Neues gekauft werden muss.

Kinder entdecken einen solchen Steinhaufen oft mit besonderer Begeisterung, weil sich darin ständig etwas bewegt, sobald man genauer hinschaut. Ein kurzer, vorsichtiger Blick zwischen die Steine kann zu einer kleinen, wiederkehrenden Entdeckungsreise werden, ganz ohne dass dabei etwas gestört werden müsste.