Gefüllte Blütensorten wirken auf den ersten Blick besonders prachtvoll, mit dichten, mehrschichtigen Blütenblättern, die kaum eine Lücke lassen. Genau diese Fülle wird jedoch für viele Insekten zum Problem, weil die zusätzlichen Blütenblätter oft aus den Teilen entstanden sind, die eigentlich Pollen und Nektar liefern würden.
Einfache Blütenformen mit einem klar sichtbaren, offenen Zentrum bieten Bienen, Schwebfliegen und Faltern dagegen einen leichten Zugang zu Nektar und Pollen. Für die Insekten macht dieser Unterschied oft darüber, ob eine Pflanze überhaupt angeflogen wird oder komplett unbeachtet bleibt.
Beim Pflanzenkauf genauer hinschauen
Es lohnt sich, beim Kauf neuer Pflanzen bewusst auf die Blütenform zu achten, statt sich nur von der Fülle der Blüte leiten zu lassen. Ein offenes, einfaches Blütenbild verrät sich meist schon auf den ersten Blick durch deutlich sichtbare Staubgefässe in der Mitte.
Ein Garten muss dabei nicht auf Farbe oder Vielfalt verzichten, denn auch einfache Blütenformen gibt es in unzähligen Farbtönen und Grössen. Der Unterschied liegt allein im inneren Aufbau der Blüte, nicht in ihrer äusseren Wirkung im Beet.
Wer nach und nach gefüllte Sorten durch einfache Varianten ersetzt, bemerkt oft schon nach kurzer Zeit deutlich mehr Besuch von Insekten im Garten. Diese kleine Umstellung gehört zu den wirkungsvollsten Massnahmen, die sich ohne grossen Aufwand umsetzen lassen.
Beim Samentausch mit Nachbarn oder auf dem Markt lohnt sich ebenfalls ein zweiter Blick auf die Blütenform, da alte, traditionelle Sorten häufig noch die ursprüngliche, einfache Form besitzen. Solche Sorten bringen oft zusätzlich den Vorteil mit, dass sie an das lokale Klima schon gut angepasst sind.
Ein Beet, das bewusst auf einfache Blüten setzt, verändert sich im Lauf der Saison spürbar. Es wirkt lebendiger und lauter im positiven Sinn, weil sich ständig etwas zwischen den Blüten bewegt, während ein Beet aus rein gefüllten Sorten oft auffallend still und leer bleibt.
Auch beim Schnitt am Ende der Saison zeigt sich der Unterschied. Einfache Blüten setzen zuverlässiger Samen an, aus denen sich im folgenden Jahr von selbst neue Pflanzen entwickeln können, während gefüllte Sorten dafür meist gezielt vermehrt werden müssen.