Ein übernommener Garten erzählt immer die Geschichte der Menschen, die vorher dort gearbeitet haben. Manche Ecken sind liebevoll angelegt, andere wirken vernachlässigt, und es dauert eine ganze Saison, bis man wirklich versteht, wo die Sonne wandert, wo das Wasser stehen bleibt und welche Pflanzen sich Jahr für Jahr von selbst zurückmelden.
Im ersten Jahr lohnt es sich, nicht alles gleichzeitig umzukrempeln. Wer zu schnell alles ausreißt, verliert oft Stauden, die eigentlich wertvoll gewesen wären, nur weil sie im Moment der Übernahme unscheinbar aussahen. Abwarten und beobachten bringt am Ende mehr als hastiges Handeln.
Kleine Erfolge zuerst
Ein kleines, gut sichtbares Beet, das schon in der ersten Saison gelingt, gibt mehr Mut als ein Plan für den ganzen Garten auf einmal. Kräuter oder robuste Blumen eignen sich gut für den Anfang, weil sie schnell wachsen und wenig Pflege brauchen.
Der Austausch mit den Nachbarn in der Anlage ist gerade am Anfang Gold wert. Sie kennen den Boden, das Kleinklima und wissen oft, welche Pflanzen an genau dieser Stelle schon seit Jahren gut gedeihen, während andere immer wieder eingehen.
Nach der ersten Saison bleibt meist ein Gefühl von Ruhe zurück, auch wenn längst nicht alles perfekt gelungen ist. Man kennt den Garten jetzt ein wenig besser, und im zweiten Jahr lassen sich die Pläne viel gezielter umsetzen als am Anfang.
Auch das Werkzeug und die kleine Laube auf dem Grundstück erzählen oft eine eigene Geschichte. Manches lässt sich weiterverwenden, anderes muss ausgetauscht werden, und gerade in der ersten Saison lohnt es sich, erst einmal zu prüfen, was wirklich gebraucht wird, bevor größere Anschaffungen gemacht werden.
Ein Schrebergarten lebt außerdem von den festen Regeln und Gewohnheiten der ganzen Anlage, etwa wann gegossen wird oder wie die gemeinsamen Wege gepflegt werden. Sich diese Abläufe in Ruhe anzuschauen, bevor man eigene Wege einschlägt, erspart im Nachhinein so manches Missverständnis mit den Nachbarn nebenan.