Heimische Pflanzen haben sich über lange Zeit an das Klima, den Boden und die Tierwelt der jeweiligen Region angepasst. Das macht sie in der Regel widerstandsfähiger als Arten, die ursprünglich aus ganz anderen Klimazonen stammen, und sie kommen oft besser mit trockenen oder nassen Phasen zurecht, ohne dass viel nachgeholfen werden muss.
Für Insekten sind heimische Pflanzen häufig deutlich wertvoller, weil sich viele Arten im Laufe der Zeit genau auf bestimmte Blüten oder Blätter spezialisiert haben. Eine fremde Pflanze mag zwar hübsch aussehen, wird von Wildbienen und Faltern jedoch oft schlicht nicht erkannt oder genutzt.
Ein Garten mit regionalem Charakter
Wer heimische Sträucher und Stauden pflanzt, schafft gleichzeitig einen Garten, der zur umliegenden Landschaft passt und sich weniger fremd anfühlt als eine Sammlung exotischer Einzelstücke. Das verleiht dem Garten über die Jahre einen ganz eigenen, stimmigen Charakter.
Der Umstieg muss nicht auf einmal geschehen. Neue Beete lassen sich nach und nach mit heimischen Arten bepflanzen, während ältere Pflanzungen so lange bleiben dürfen, bis sie ohnehin ersetzt werden müssen, etwa weil sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben.
Mit der Zeit zeigt sich der Unterschied deutlich an der Zahl der Insekten, die den Garten besuchen. Ein Beet mit heimischen Pflanzen summt und brummt oft schon nach kurzer Zeit spürbar mehr als eine vergleichbare Fläche mit rein dekorativen Fremdgewächsen.
Auch bei der Pflege zeigt sich der Vorteil deutlich. Heimische Arten brauchen in aller Regel weniger zusätzliches Gießen und kommen mit den Böden vor Ort meist so gut zurecht, dass sich der Aufwand über die Saison hinweg spürbar verringert, sobald sie einmal richtig angewachsen sind.
Ein Spaziergang durch die nähere Umgebung zeigt oft schon, welche Pflanzen an vergleichbaren Standorten von selbst wachsen und gedeihen. Diese Beobachtung liefert wertvolle Hinweise für die eigene Pflanzenwahl, ganz ohne dass dafür lange nachgelesen werden muss.
Auch beim Tausch mit Nachbarn oder Bekannten lohnt sich der Blick auf heimische Arten. Ableger und Sämlinge, die bereits im eigenen Umfeld gewachsen sind, bringen meist von Anfang an genau die Widerstandskraft mit, die für die neue Pflanzstelle gebraucht wird.